DJV Baden-Württemberg


Nach den Berichten aus den Workshops wird im Plenum diskutiert. Foto: Dagmar Lange
Nach den Berichten aus den Workshops wird im Plenum diskutiert. Foto: Dagmar Lange

Projekt „Struktur“
Zukunft unseres Journalistenverbands

 

Aus vier unterschiedlichen Perspektiven – Gremien, Mitglieder, Technik, Flächenorganisation – arbeiteten in Workshops etwa 20 DJV-Mitglieder an der Verbesserung der Struktur des Landesverbandes. Am sonnigen Samstag, den 23. März, hatten sie sich dazu in der Geschäftsstelle in Stuttgart getroffen. Die Einladung war an den gesamten Landesverband gegangen, um allen die Möglichkeit zur Mitarbeit zu geben. Das Projekt „Struktur“ war von einem Gewerkschaftstag ins Leben gerufen worden und hatte im Vorfeld verschiedene Modelle für die Gremien vorbereitet, die z.B bei der letzten Mandatsträgerkonferenz diskutiert wurden. Außerdem hatte der Bundesfachausschuss Zukunft (früher: „Junge“) auf dem Verbandstag ein Ideenpapier vorgestellt, wie sich nach Ansicht der jungen Kolleginnen und Kollegen der DJV neu aufstellen müsse, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Auch die Überlegungen ihres Antrags war in die Vorbereitung mit eingeflossen. Mit großer Konzentration widmeten sich, unter der Moderation von Wolfgang Heinzel, die Kolleg*innen detailliert den offenen Fragen der Organisation, des Images und der Zielgruppe und überprüften, ob die geltenden Kriterien noch den Anforderungen der Gegenwart genügen.

 

Wie Organisierien wir uns in der Fläche?

Das Ziel muss lauten, alle Mitglieder und Interessierte arbeitsplatznah und wohnortnah zu erreichen und ihnen nicht zu lange Wege zuzumuten. Trotzdem besteht ein starkes Interesse daran, sich in größeren Einheiten als den Kreisverbänden zusammenzuschließen. Eine sinnvolle Möglichkeit könnte sein, sich stärker auf Medienhäuser zu orientieren. Auch die Position der Freien sollte gestärkt werden. Die Arbeitsgruppe hat sich ausführlich dem Widerspruch „Größere Einheiten versus Nähe zu den Mitgliedern“ gewidmet und wird sich ein weiteres Mal treffen, um Lösungen zu erarbeiten.

Welche Gremien mit welchen Kompetenzen sind (noch) nötig?
 
Das im Vorfeld erarbeitete „Modell 1“, in welchem die KVs durch Regionalverbände ersetzt werden, verbietet nicht, dass Kreise sich weiterhin auch auf Kreisebene austauschen. Dennoch zeigt der Wunsch einzelner Kreisverbände nach Fusion – die Fusion Tauber-Odenwald etwa wurde jüngst beschlossen, weitere sind in Diskussion – dass die Tendenz hin zum Zusammenschluss größerer Einheiten geht. Auch die Arbeit in weiteren Gremien zeigt, dass Inhalte zunehmend wichtiger sind als Nähe. So hat sich bei einigen Fachausschüssen  in der Praxis eine sinnvolle Kooperation aus verschiedenen Fachausschüssen bewährt. Jede Veränderung hin zu Projekt- und Regionalverbänden darf nicht die Frage der Quotierung außer Acht lassen, um zu vermeiden, dass Stimmen verloren gehen.

Neue Mitglieder sollten besser darüber informiert werden, wie der DJV und seine Ausschüsse funktionieren und wie sie sich einbringen können, sie sollten eine übersichtliche Informationsbroschüre über ihren (neuen) Landesverband erhalten.

Wie soll sich die Mitgliederstruktur weitenentwickeln?

Hauptberuflichkeit als Kriterium wird immer unrealistischer, daher sollten die bundesweiten Richtlinien des DJV für die Aufnahme in den Verband zwar beibehalten, aber erweitert werden, etwa um die Kriterien der abgeschlossenen journalistischen Ausbildung. Im Detail muss man sich darüber hinaus der Frage widmen, in welchem Umfang dann der Rechtsschutz abgesichert werden kann. Auch darf der Presseausweis nicht dadurch entwertet werden, dass er auch an Laien ausgegeben würde, die ein Mal pro Monat einen Beitrag zu einem persönlichen Steckenpferd schreiben.

Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein. Foto: Susann Mathis
Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein. Foto: Susann Mathis

 Welche technische Infrastruktur soll der DJV bieten?

Unter dem Aspekt der Teilhabe und des Austauschs braucht der Verband nicht nur eine professionell eingerichtete, sichere Cloud zum Datenaustausch, sondern auch ein Kommunikationstool wie etwa Slack, um gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Am besten sollte man sich aus Kosten- und Effizienzgründen an die Technik des Bundesverbands anschließen. So verwendet der DJV etwa Go-to-Meeting für seine Webinare. Mit diesem Werkzeug könnte man auch Präsenzsitzungen abhalten und so die Teilnahme von Mitgliedern aus beispielsweise Lörrach und Moosbach erleichtern. Gewünscht wurde auch ein Kalender auf der Homepage für Gremientreffen, Seminare und Treffen der Kreisverbände und eine E-Mailadresse für die einzelnen KVs, die an die Vorstände weitergeleitet werden.

Auch dieser Workshop konstatierte, dass der Trend eher zur Mitarbeit bei Projekten als in Gremien geht, Möglichkeiten zur Mitarbeit sollten transparenter gestaltet werden. Und man sollte Debatten im Verband fördern, z.B indem man für angemeldete Mitglieder Kommentarfunktionen freischaltet. Social Media war ein großes Wunschthema – die Fragen nach Geld und Zeit ließen den Workshop aufseufzen.

Der Landesvorstand wird nun aus den Arbeitsergebnissen beschlussfähige Vorschläge für den Landesgesamtvorstand entwickeln. Der Landesgesamtvorstand ist das höchste demokratische Gremium zwischen den zweijährlichen Landesgewerkschaftstagen und besteht aus den Vorsitzenden der Kreisverbände und Fachausschüsse sowie dem Landesvorstand.

Susann Mathis