Mediennachrichten


Sieg für die Wochenzeitung „Kontext“
Die Kontextwochenzeitung aus Stuttgart darf wieder den Namen eines rechtsextrem chattenden AfD-Mitarbeiters nennen und Chatprotokolle veröffentlichen, die dessen rechtsextreme Gesinnung nahelegen, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe. Es hob damit eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Mannheim auf.  Der Redaktion war eine über vier Jahre andauernde Korrespondenz zugespielt worden, in der Marcel Grauf seine Verehrung für Adolf Hitler und Benito Mussolini zum Ausdruck bringt, dazu Chat-Nachrichten mit NPD-Funktionären, AfD-Mitgliedern, Burschenschaftlern und Neurechten. Der wissenschaftliche Mitarbeiter zweier AfD-Abgeordneter im BaWü-Landtag war früher NPD-Mitglied und hatte sich in seinem Account menschenverachtend, rassistisch und demokratiefeindlich geäußert". Grauf beantragte vor Gericht den Erlass einer einstweiligen Verfügung. Er sah sein Persönlichkeitsrecht verletzt und behauptete eidesstattlich, die ihm zugeschriebenen Äußerungen würden nicht von ihm stammen. In der ersten Instanz, vor dem Landgericht Mannheim, kam er damit durch. Im Eilverfahren hat das Oberlandesgericht Karlsruhe im Februar entschieden, dass man ihn als ehemaliges NPD-Mitglied benennen darf. Ein Sieg für die Wochenzeitung „Kontext“: Sie kann die beiden von Grauf angefochtenen Artikel über seine rassistischen, demokratiefeindlichen Äußerungen in geleakten Chatprotokollen wieder online stellen und hat das auch wieder getan. In großen Teilen der Medienbranche sorgte das deutliche Urteil des Oberlandesgerichts für Erleichterung.


Rhein-Neckar-Fernsehen zu Dr. Haas
Seit dem1. Januar gehört das Rhein-Neckar Fernsehen (RNF) zur Mannheimer Mediengruppe Dr. Haas. RNF war vergangenen Sommer durch den Verlust des RTL-Regionalfensters ein Fünftel des Umsatzes weggebrochen in der Folge musste das Rhein-Neckar Fernsehen Insolvenz anmelden. Ende Oktober kündigte die  Mannheimer Mediengruppe an, das RNF nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens zu übernehmen. Mehr als 30 Arbeitsplätze bleiben dadurch erhalten. „Mister RNF“ Bert Siegelmann (70) gibt die Geschäftsführung ab, bleibt dem RheinNeckar Fernsehen aber als Journalist erhalten.

 

12.000 Euro Strafe für Fake News
Blogger Hardy Prothmann soll 12.000 Euro Geldstrafe für eine bewusst veröffentlichte Falschmeldung zahlen, urteilt das Amtsgericht Mannheim. Prothmann erfand im März 2018 einen Terroranschlag in Mannheim und löste die Meldung erst hinter der Bezahlschranke seines Rheinneckarblog auf. Sein Anwalt argumentiert, Fake News seien nicht strafbar. Prothmann kündigt Berufung gegen das Urteil an.

„SWP“ und „Schwäbische“ kooperieren in Berlin
Die Schwäbische Zeitung (Ravensburg) und die SÜDWEST PRESSE (Ulm) haben ihre Berliner Büros zusammengelegt, Sabine Lennartz, die langjährige Korrespondentin der Schwäbischen Zeitung, ist in die Räume der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) in der Friedrichstraße eingezogen. Auf die Inhalte haben beide Zeitungsredaktionen Zugriff.

LFK-Medienpreis 2019 30 Favoriten ausgewählt
Aus rund 160 Beiträgen haben die Jurymitglieder des LFK Medienpreises 30 Favoriten ausgewählt, in den fünf Hörfunk- und fünf Fernseh-Kategorien wurden jeweils drei Beiträge nominiert. Die Preisträger werden am 13. Mai in Stuttgart ausgezeichnet. Der LFK Medienpreis wird bereits zum 28. Mal vergeben.

Lokaljournalistenpreis für Stuttgart und Pforzheim
Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ gewinnen den Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.Ausgezeichnet werden die Zeitungen nach Informationen von JournalistenPreise.de für eine Investigativrecherche von Rafael Binkowski, dem stellvertretenden Leiter der Lokalredaktion Ludwigsburg. Den zweiten Preis erhält laut JournalistenPreise.de die „Pforzheimer Zeitung“ (Chefredakteur: Magnus Schlecht) für eine Serie. Zu den Preisträgern aus Baden-Württemberg gehört auch die Freiburger „Badische Zeitung“.

Schwarzwälder Bote steigt in den Magazinmarkt ein
Seit September 2018 gibt die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH, Oberndorf am Neckar, die Zeitschrift Waldrausch – Das Magazin für Lifestyle & Sport im Süden heraus. Das Magazin hat einen Umfang von 116 Seiten und liefert in den Rubriken „Lebensart“, „Herzblut“, „Schlaraffenland“ und „Rausch“ verschiedene Storys rund um den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und den Bodensee. Darüber hinaus wurde die Website www.waldrausch-magazin.de entwickelt.

Warnung: Schweizer Verlag in Zahlungsverzug
Die Dornbusch Medien AG mit Sitz im schweizerischen Baden-Dättwil hat anscheinend Zahlungsschwierigkeiten. Seit Monaten beklagen sich Freie, dass ihre Honorare trotz mehrmaliger Mahnung nicht bezahlt wurden. Auch Mitglieder aus dem DJV-Landesverband Baden-Württemberg sind davon betroffen und werden bereits von der Geschäftsstelle betreut. In Absprache mit Syndicom, der schweizerischen Gewerkschaft für Medien und Kommunikation, empfiehlt der DJV-Landesverband, bei Anfragen dieses Verlages auf Vorauszahlung zu bestehen. Wer noch offene Rechnungen hat, sollte neue Aufträge nur nach Begleichung der Ausstände annehmen. Der DJV Baden-Württemberg steht beratend für betroffene Mitglieder zur Verfügung.

Neue Redakteurin bei der Badischen Zeitung
Badische Zeitung: Sarah Trinler, Jahrgang 1988, ist jetzt Redakteurin für die Badische Zeitung in Schopfheim im Wiesental. Sie war zuvor als Redakteurin für die deutsche regionale Wochenzeitung „Der Sonntag“ tätig.

Neuer Redakteur bei der Schwäbischen Zeitung
Patrick Müller ist jetzt Redakteur in der Leutkircher Lokalredaktion für die deutsche regionale Tageszeitung Schwäbische Zeitung. Er war zuletzt als Redakteur für die deutsche wöchentliche regionale Zeitung Der Südfinder tätig.

TM3 (vormals Family TV) muss Sendebetrieb einstellen
Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat mit Beschluss vom 12. Februar 2019 (Az. 10 K 12506/17) den vorläufigen Rechtsschutz gegen die sofortige Vollziehbarkeit des Widerrufs der Zulassung durch die LFK abgelehnt. Damit ist nun auch gerichtlich bestätigt, dass die Veranstaltung des Programms TM3, das bis Januar als Family TV ausgestrahlt wurde, zu beenden ist. Die LFK hatte die Zulassung im Juli 2017 widerrufen.

Presserat zu Opferschutz in Winnenden
Anlässlich des zehnten Jahrestags des Amoklaufs von Winnenden erinnerte der Deutsche Presserat daran, den Opferschutz zu berücksichtigen. Verstöße gegen den Opferschutz beschäftigen den Presserat auch zehn Jahre danach, zumal Fotos inzwischen über die sozialen Medien leichter verfügbar sind als damals. Allein 8 von 28 Rügen verhängte die Freiwillige Selbstkontrolle 2018 für die Veröffentlichung von Fotos, auf denen Opfer von Unfällen oder Gewalttaten für einen erweiterten Personenkreis identifizierbar waren.  Oftmals handelte es sich dabei um Aufnahmen von Facebook- oder Instagramprofilen, die die Redaktionen ohne Einwilligung der Angehörigen verwendet hatten. „Die sozialen Netzwerke sind kein Selbstbedienungsladen für Journalist*innen. Es gehört vielmehr zur grundsätzlichen Verantwortung der Presse, nicht alle im Netz verfügbaren Informationen zu übernehmen“, so Volker Stennei, Sprecher des Deutschen Presserats.

Deutsche knausern beim Streaming
Nicht nur beim Rundfunkbeitrag wird um Centbeträge gerungen. Laut dem Media Innovation Report wären nur 46% der Befragten bereit, mehr als fünf € pro Monat für einen Streaming-Service zu bezahlen. Für diesen Betrag erhält man derzeit nicht einmal ein Netflix-Basis-Abo. Das liegt bei 7,99 € je Monat, nur für SD-Auflösung. 59% der befragten Nutzer nimmt nur einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst in Anspruch, knapp ein Drittel bucht bei einem zweiten Service, nur ein Prozent der Befragten hatten Abos für mehr als drei Streamingdienste. Angekündigt sind trotzdem weitere Streamingdienste durch Disney, Warner und Comcast/Universal sowie von Apple. Wenig Interesse zeigen die Umfrageteilnehmer an exklusivem lokalen Content. Ob ein Content aus Deutschland oder dem Ausland stammt, war für 83% der Befragten kein Argument für den Abschluss eines Abonnements. Die Kernzielgruppe der 18- bis 29-Jährigen zeigte zu 55% Interesse an interaktiven Formaten auf Streamingplattformen. Diese Zielgruppe ist auch grundsätzlich für algorithmusbasierte Programmempfehlungen empfänglich. Basis der Daten ist eine online-repräsentative Studie von Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg durchgeführt wurde. Insgesamt haben 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren teilgenommen. Die Studie wurde im Vorfeld des newTV Kongress veröffentlicht.